Es gibt keine Verhandlungen auf nationaler Ebene, die die gesamte Wirtschaft in Deutschland abdecken, und der Hauptgewerkschaftsbund, der DGB, hat in der Regel kein Verhandlungsmandat. (Eine Ausnahme war 2003, als der DGB im Namen der einzelnen Gewerkschaften eine Vereinbarung über Leiharbeitskräfte aushandelte. Dies wurde in der Folge mehrfach erneuert und durch gesonderte Vereinbarungen auf Branchenebene ergänzt, die von den einzelnen Gewerkschaften unterzeichnet wurden.) Eine gesonderte Studie des Statistischen Bundesamtes nutzte die Ergebnisse der Verdiensterhebung 2014, um zu berechnen, inwieweit Arbeitnehmer tariflich gebunden sind. Sie lieferte Ergebnisse, die den IAB-Zahlen ähnelten, wenn auch im Allgemeinen niedriger waren. Sie stellte fest, dass im Jahr 2014 46 % der Beschäftigten und 15 % der Arbeitsplätze an Tarifverträge gebunden waren. Wie bei den IAB-Zahlen zeigen sie, dass Vereinbarungen auf Branchenebene, die 41 % der Beschäftigten und 13 % der Arbeitsplätze abdecken, bei weitem die größte Abdeckung aufweisen. [2] Deutsche Tarifverträge regeln ein breites Spektrum von Fragen. Neben der Bezahlung befassen sich die Vereinbarungen auch mit Fragen wie Schichtarbeitszahlungen oder Lohnstrukturen, Arbeitszeit, Umgang mit Teilzeitbeschäftigten und Ausbildung. In der Regel wird es in jeder Branche eine Vereinbarung über die Bezahlung und eine Rahmenvereinbarung geben, die sich mit Fragen wie Arbeitszeit, Ernennung und Entlassung, Prämienzahlungen für Nacht- und Schichtarbeit, Urlaub und Krankengeld befasst. Es kann auch gesonderte Vereinbarungen zu Themen wie der Behandlung älterer Arbeitnehmer geben. All dies dürfte in mehreren regionalen Varianten vorhanden sein, obwohl, wie bereits erwähnt, abgesehen von Ost und West die Unterschiede zwischen ihnen wahrscheinlich gering sein werden.

Der nächste Workshop zur EBR-Gesetzgebung findet vom 15. bis 18. Oktober 2019 in Berlin statt. Sie umfasst die rechtlichen Feinheiten eines EBR-Abkommens, die bisherige EBR-Rechtsprechung und die Anwendung der neuen EU-Normen im Falle rechtlicher Zweifel. Einer der Referenten wird wieder Ralf Ralf-Peter Hayen, Leiter der Rechtsabteilung in der DGB-Bundeszentrale in Berlin und ein feiner Kenner zu diesem Thema sein. Betriebsräte können auch über Bereiche verhandeln, die unter Tarifverträge fallen, in denen der Vertrag selbst eine sogenannte “Öffnungsklausel” enthält, die es dem Betriebsrat ausdrücklich ermöglicht, über das Thema zu verhandeln.

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